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Verarbeitungshinweise: Terminal-Spanner bzw. Schlagwerkzeug

Drahtseile aus Edelstahl werden durch Ziehen hergestellt und erhalten dadurch nicht nur die gewünschte Form, sondern auch eine höhere Festigkeit. Durch Verdrillen von mindestens 7 Drähten werden Litzen und Drahtseile hergestellt. Im Folgenden finden Sie 3 Drahtseilkonstruktionen in verschiedenen Durchmessern:

Hart/Steif: 1x19 - 19 dickere, verdrillte Drähte ergeben ein glattes, zugfestes Seil, das nicht oder nur über große Radien gebogen werden soll und daher für stehendes Gut eingesetzt wird.

Halbweich: 7x7 - 7 Litzen aus 7 Drähten ergeben ein Seil, das sich für die meisten Architekturanwendungen eignet. Da es leichter ist als die 1x19-Seile, hat es eine um ca. 30% verminderte Zugfestigkeit, aber durch die stärkere Struktur halten besonders die kürzeren Architekturterminals besser. Auch sind die Biegeradien mit min. r=10x deutlich kleiner und daher ist ihr Einsatz universeller.

Weich: 7x19 - 7 Litzen aus 19 feinen Drähten ergeben ein Seil, das für laufendes Gut und für bewegliche Seile eingesetzt wird. Da es um 40-50% leichter ist als die 1x19-Konstruktion, hat es eine entsprechend verminderte Zugfestigkeit. Durch die feineren Drähte ist es auch empfindlicher gegenüber Beschädigungen.

Insgesamt sollten Drahtseile vor Beschädigungen, Kerbung, punktförmigen oder gar scharfkantigen Belastungen und Biegungen geschützt werden. Daher ist natürlich eine Drahtseilendverbindung (Terminal) mit einer längeren Presshülse, die das Seil gleichmäßig umschließt und die Zugkräfte ableitet, einer punktförmigen Klemmung vorzuziehen. Selbst bei scheinbar statischen Anwendungen, wie Gardinen- oder Geländerabspannungen, sind spitze oder scharfkantige Klemmungen, eventuell sogar durch gehärtete Madenschrauben DIN 914/916 abzulehnen. Die Verbindungen sind nicht nachhaltig. Jeder Mastenbauer weiß, sind erst 1-2 Drähte gebrochen, ist das Drahtseil hin.

Der Terminalspanner verwendet Presshülsen aus hochwertigen CuNi-Legierungen, die den üblichen Kupferhülsen weit überlegen sind. Die Presshülsen werden mit den entsprechenden Werkzeugen, aus unserem Programm, von rund auf Sechseckig umgeformt. Dadurch reduziert sich der Querschnitt um ca. 25%, das Drahtseil wird umschlossen und die Hülse sitzt fest. Auf Drahtseilkonstruktionen 7x7 mit dem Durchmesser 2mm werden 160-210kp, beim Durchmesser 3mm werden 360-420kp Zugfestigkeit erreicht.

Für Anwendungen muss mind. mit der dreifachen Sicherheit gerechnet werden. Durch eventuelle Ruck- und Schlageinwirkung wird die Belastung stark erhöht, daher sollte die Verbindung nie zu schwach ausgelegt werden. Durch das hochwertige Material konnten die Presshülsen relativ klein ausgelegt werden, so dass sie in formschöne Spannhülsen aus Edelstahl passen. Die Presshülse für 2mm Drahtseil passt in Spanner mit M6-Anschluss und die Presshülse für 3mm passt in Spanner mit M8-Anschluss. Der Spanner ist über der Presshülse drehbar, ein weiterer Wantenspanner erübrigt sich.



Das Zuschneiden der Drahtseile auf Länge Vorteilhaft ca. 10cm länger, erst nach dem Anbringen der einen Terminalseite das 2. Ende genau ausmessen und abschneiden. Wenn Sie den Spanner halb auf den Bolzen schrauben (2mm Terminal- 15mm auf M6-Bolzen, 3mm Terminal- 22mm auf M8-Bolzen), kann das Seil in beide Richtungen justiert und gespannt werden. Benutzen Sie zum Schneiden Hebelscheren aus unserem Programm, - auch Scheren von Felco, Hit u.a. sind geeignet, nicht aber Bolzenschneider, die quetschen und schneiden nicht. Möglich ist auch das "Abflexen" mit dünnen Trennscheiben. Bei Draht 2-3mm leistet auch ein "Multitool" von Dremel, Proxon, usw. gute Dienste. Ein kleiner Grat beim "Flexen"(Schutzbrille!) lässt sich mit einer feinen Feile beseitigen.

Zum Verpressen mit dem Schlagwerkzeug nehmen Sie den Gummigriff in eine Hand, drücken mit Daumen und Zeigefinger den Werkzeugeinsatz ca. 5mm seitlich auseinander, hebeln mit der anderen Hand die entsprechende Hülse in die Pressnut und richten Hülse und Werkzeug wieder aus. Der Terminalspanner wird auf das Seilende in der richtigen Richtung aufgeschoben und das Seilende in die Presshülse mit 1mm Überstand eingesteckt. Ein kurzer, kräftiger Hammerschlag fixiert die Presshülse auf dem Seil. Dann die Hülse mit dem Seil etwas verschieben und mit 2-3 stärkeren Hammerschlägen erst die eine, dann die andere Seite zu einem 6-Kant umformen. Verwenden Sie einen Hammer mit ca. 800g und eine Eisenunterlage mit mind. 4kg Gewicht. Presshülse und Draht müssen sauber und fettfrei sein.

Tipps: Beim Drahtseilmessen kann mit Tesa-Feinkrepp gut markiert werden. Damit sich der Spanner leichter über der verpressten Hülse dreht, können 1-2 der beiliegenden U-Scheiben auf das Seil geschoben werden, Sie wirken wie ein Gleitlager. Falls gewünscht, kann der Spanner mit einem Klebemittel wie Loctite o.ä. gegen Aufdrehen gesichert werden. Häufig ist es aber sinnvoll, vorerst nur eine Seite zu verkleben, um Nachspannen zu können. Bei Veränderungen der Abspannungslängen kann der Spanner wieder verwendet werden, es wird nur eine neue, preiswerte Presshülse gebraucht.



Die Terminaltechnik für Edelstahl-Drahtseile kommt aus dem Yachtbereich. Die modernen Aluminium-Masten auf Segelyachten verlangen nach einer sicheren und formschönen Befestigungstechnik für Wanten und Stage. Edelstahl-Terminals werden auf Drahtseilenden mit hydraulisch oder motorisch angetriebenen Walzmaschinen (z.B. Wireteknik, Top-Reff) aufgewalzt oder mit Pressen (>100to) verpresst. Spezielle Terminals oder Terminals für sehr große Seil-Durchmesser werden auch mit Rundhämmermaschinen aufgeknetet. Schraubterminals werden für Sonder- und Notfälle eingesetzt, - für die Serie sind sie meist zu teuer und zu aufwendig in der Verarbeitung. Das Spannen und Regulieren der Drahtseillänge geschieht durch eingesetzte Wantenspanner aus Edelstahl oder Bronze und andere Beschläge. Für den Architektursektor werden teilweise die gleichen Terminals eingesetzt, häufig aber schlankere Ausführungen und Beschläge, die auf die speziellen Befestigungen an Geländern und Bauteilen eingehen.

Die Terminalverarbeitung: Auf das Drahtseilende wird erst die Terminalhülse und dann die Presshülse mit 1-2mm Drahtseilüberstand aufgesteckt. Durch 5-6 Querpressungen mit der Presszange werden die Presshülse und das Drahtseil aus Edelstahl (7x7) dauerhaft verbunden. Presshülse und Draht müssen sauber und fettfrei sein. Durch das Verpressen der zylindrischen in eine sechseckige Form wird das überschüssige Material überwiegend nach innen, zwischen die Drahtkardeelen gedrückt und fest verklammert. Die Schlüsselweite der fertigen Pressung muss 7,0-7,2mm betragen, - die Presshülse verlängert sich von 25mm auf ca. 27mm. Hohe Festigkeiten werden nur mit unseren Presshülsen aus hochwertigen Ni-Legierungen erreicht. Nach jeweils 3 Querpressungen sollte das Drahtende oder die Zange etwas gedreht werden, - so ergibt sich keine Bananenform, die das Einziehen und die Drehung in der Terminalhülse behindert.



Beim Drahtseilzuschnitt der erforderlichen Seillänge sollte genügend Spannweg berücksichtigt werden. Auf einer Seite wird der Terminalbschlag aufgepresst, am Bauteil angeschraubt, der Draht durch Geländerstützen durchgezogen und erst dann wird das andere Drahtseilende markiert und genau abgeschnitten. Besonders bei Geländerfeldern mit mehreren Durchzügen sollten die Längen gleichmäßig sein. Unsere Drahtseilschere schneidet das Seil glatt ab. Geeignet sind auch Scheren der Firmen Felco, Hit o.a. Es ist auch möglich, das Seil mit einer dünnen Inox-Trennscheibe zu schneiden, - jedoch erfordert das Abfeilen des kleinen Grates etwas mehr Zeit.



Wir empfehlen für die Sicherung der M6/M8-Verschraubungen Loctite 2701 (fest) und Loctite 242 (halbfest für die M10-Terminalverschraubungen. Dabei können die M6-Verschraubungen an den Winkelhutmuttern sofort verklebt werden. Die M10-Terminalverschraubung auf einer Geländerseite sollte erst gesichert werden, wenn die Montage beendet und der Draht sich etwas „aushängen“ konnte und eventuell nachgespannt wurde. Bei kurzen Drahtabschnitten ist diese Wartezeit meist nicht erforderlich.

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